Zeichnungen Alois Bucanek 1945 Theresienstadt

Zeichnung_Alois_Bucanek_Theresienstadt_1945

 

 

Selbstportrait_Alois_Bucanek_Theresienstadt_1945

 

 

 

 

Der Rassismus ist genau das, was es der Bio-Macht erlauben wird, in das „biologische Kontinuum der menschlichen Gattung“ Zäsuren einzuzeichnen und auf diese Weise in das System des „Leben-Machens“ wieder das Prinzip des Krieges einzuführen. In diesem biologischen Kontinuum stellt nämlich „das Auftauchen von Rassen, die Unterscheidung von Rassen, die Hierarchie von Rassen und die Bewertung bestimmter Rassen als gut und anderer als minderwertig, eine Art und Weise dar, das biologische Feld, das die Macht besetzt, zu fragmentieren; eine Art und Weise, im Inneren der Bevölkerung Gruppen gegeneinander auszuspielen und, kurz gesagt, eine Zäsur biologischen Typs in einen Bereich einzuführen, der sich eben als biologischer Bereich darstellt.“
S. 74, Giorgio Agamben, Was von Auschwitz bleibt, Suhrkamp Verlag, 2013 / Zitat aus: Michel Foucault, In Verteidigung der Gesellschaft, Suhrkamp 1999

S.75
Man versteht nun die entscheidende Funktion der Lager im System der nationalsozialistischen Biopolitik. Sie sind nicht nur der Ort des Todes und der Vernichtung, sondern auch und vor allem der Ort der Produktion des Muselmanns, der letzten im biologischen Kontinuum isolierbaren biopolitischen Substanz.
Jenseits davon ist nur die Gaskammer.