Archiv der Kategorie: Video

“Halte aus, Auschwitz ist der beste Ort, Gutes zu tun”

wasche meine Hände …#4
“Halte aus, Auschwitz ist der beste Ort, Gutes zu tun”

Über den Standortarzt in Auschwitz 1942-1945, Dr.Eduard Wirths.

Während der Ausstellung “wasche meine Hände..#3”, räumliche Inszenierung von Judith Haman 8.8 -13.9.2013 im Schulmuseum Hamburg besuchte Peter Wirths, der Sohn von Dr.E.Wirths, die Ausstellung, in der Dr. E.Wirths und sein Bruder, der Gynäkologe Dr. H.Wirths an der Frauenklinik in Hamburg-Altona, als Verantwortliche an den medizinischen Verbrechen in Auschwitz benannt werden.
In mehreren Interviews befragen ihn Jutta Hübner und Judith Haman über seine Kindheit in Auschwitz und das Verhalten seines Vaters. Frühere Interviewpassagen mit Verwandten von Dr. E.Wirths aus dem Dokumentarfilm von 1975:„Dr. Eduard Wirths, Standortarzt von Auschwitz“, Niederlande, Regie: Rolf Orthel, kreisen um die Behauptung seines Vaters: “Halte aus, Auschwitz ist der beste Ort, Gutes zu tun”.
Videoaufnahmen entstanden beim Besuch von Peter Wirths in der Ausstellung „wasche meine Hände“ im Schulmuseum Hamburg (2013), wenige Monate später im Haus von Peter Wirths.
Auf dem Kriegerdenkmal im Heimatort Geroldshausen wird
Dr. E.Wirths als “Gefallener” im 2. Weltkrieg namentlich aufgeführt.


Video/Bilder/Produktion: Judith Haman, Heiner Metzger
Hamburg, 2014

wasche meine Hände …

2011
wasche meine Hände • räumliche Inszenierung 6.4.- 30.5.2011
Ärztehaus Hamburg

Podcast der Radiosendung am 29.2.2012 von 10 – 12.00 Uhr
bei FSK 93,0/101,4 mhz
über die räumliche Inszenierung im Ärztehause Hamburg, Mitschnitte der beiden Eröffnungsreden von Dieter Bollmann und Rahel Puffert und dem Trailer des

Videos von Skrollan Alwert, mit Texten von Evelyn HauensteinT.W. Adorno und Judith Haman.

2012
wasche meine Hände #2
Radiofeature:
Alt-Rehse 1935 – ein Trainingslager für ärztliche Mörder
Ein Besuch 2012 im mecklenburgischen Alt Rehse, idyllisch gelegen am Tollensesee. Der Umbau des Guts Alt-Rehse zum deutschen Trainingslager für ärztliche Mörder wurde am 1.6.1935 mit großem Aufwand gefeiert, die Eröffnungsrede von Rudolf Heß durch sämtliche Radiosender deutschlandweit übertragen.

Diese “reichsweit” einmalige Einrichtung diente bis 1943 der ideologischen Schulung von deutschen Ärztinnen und Ärzten, Hebammen, Apothekern sowie Angehörigen der gesundheitspolitischen Institutionen. Ein Viertel der deutschen Jungärzte wurde im Zentrum der NS Eugenik geistig und körperlich “erzogen”und erhofften sich einen Karrieresprung durch ihre Teilnahme. 
Nach der Befreiung übernahm die sowjetische Armee die Anlage, darauf folgten NVA und Bundeswehr. Als Nachkomme ihrer Vorgängerorganisation in der Nazizeit macht die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) 1991 Rückgabeansprüche auf die “NS Ärzteführerschule” geltend sowie auf den Grund und Boden und die Häuser des ehemaligen Nazi-Musterdorfs.
In jahrelangen Prozessen kämpften die Alt-Rehser darum, die Häuser der KBV nicht abkaufen zu müssen.  Am Ende verzichtet die KBV, die Kosten für den Erhalt waren ihr zu hoch. Den 65 Hektar großen Park mit  dem altem Gutshaus und den Schulungsräumen kaufte 2006 ein Wirtschaftsjurist aus Bayern für 2 Mio. € s 
Der “Tollense Lebenspark”, eine esoterische Gemeinschaft,  pachtete den Park und  die Gebäude, sie wollten ihn in einen Ort verwandeln, “an dem es viel Arbeit gibt und sich gut leben lässt”. Die assoziierte “Stiftung Medizin und Gewissen” fördert die “Erforschung (…) der bewegten und bewegenden Geschichte des Parks”, sonst werden Menschen eingeladen zum “Bewusstseinswandel in der weitläufigen Natur und den vielen versteckten Kraftplätzen” und dabei “geistes-, tat- und finanz-kräftig mit anzupacken”.
(update: der “Tollense Lebenspark” ist schon seit Jahren Pleite und mußte nun die Pachtfläche verlassen. >> Juristisches Ende eines Lebenstraums, Nordkurier 14.04.2015)

Der Verein “Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse e.V.” (EBB) “hat sich zum Ziel gesetzt, die Ergebnisse seiner Gedenkstättenarbeit in eine zukunftsorientierte und moderne Bildungsarbeit zu integrieren” und erhofft sich eine geregelte Förderung.



O-Töne, die Geschichte der ehemaligen “Führerschule der Deutschen Ärzteschaft Alt Rehse”, ihre Hauptakteure und deren Werdegang nach 1945, die weitere Nutzung des Gutsparks bis heute.

Ein Feature von Judith Haman und Heiner Metzger.

 

 

 

 

Haendwasch_rot_logo_fav

the permeable ear

In the permeable ear you can listen to the drain sounds of a dissecting table. The table is located in the Sektionssaal of the Medizinhistorisches Museum in the Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. The record was made at the 24.11.2014 in a quiet atmosphere. You can listen to a continuous, nervous sound stream with some concrete moments, when ambient noises were amplified at the location of the mics, nearly 30 cm below the drainage grid. The pictures used in the video are made of that dissecting table.
In the permeable ear sind 5 Minuten sound aus dem Abflußrohr eines Seziertisches hörbar. Der Tisch befindet sich im Sektionssaal des Medizinhistorisches Museum auf dem Gelände des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Die Aufnahme vom 24.11.2014 wurde in einer ruhigen Situation gemacht, nur gelegentlich sind konkrete Umgebungsgeräusche wahrnehmbar, die am Aufnahmeort, ca. 30 cm unterhalb des Gitters im Abflußrohr verstärkt wurden. Die im Video verwendeten Bilder sind von einem der 8 Sektionstische im Sektionssaal.

sound/pictures/video: Heiner Metzger Hamburg 2014

Video: Splitter einer Recherche • Kolposkopie im KZ Auschwitz – die Rolle der Frauenklinik Altona. Interview mit Jutta Hübner

Splitter einer Recherche
Kolposkopie im KZ Auschwitz – die Rolle der Frauenklinik Altona.
Interview mit Dr. Jutta Hübner am 1.10.2014
Neue Recherchen über die Verwendung des Kolposkops in der
Krankenstation Block 10 des KZ Auschwitz stellt Dr. Jutta Hübner im Interview mit Judith Haman vor.
Das Kolposkop ist ein Instrument zur Untersuchung der Gebärmutter und sollte der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs dienen.
In einem Artikel für das Hamburger Ärzteblatt 04|2012 dokumentierte Jutta Hübner die Beteiligung des SS-Standortarztes Dr. E.Wirths und seines Bruders, dem Frauenarzt Dr. H.Wirths, 1943/44  als Beteiligte an gynäkologischen Versuchen in Auschwitz.
Im Sommer 2014 bestätigen ihre neuen Recherchen die Zusammenarbeit der beiden Ärzte und der Frauenklinik Hamburg-Altona unter ihrem leitenden Gynäkologen Prof. H.Hinselmann.

„wasche meine Hände …“
Splitter einer Recherche
Interview: Dr. Jutta Hübner, Judith Haman
Video/Bilder/Produktion: Judith Haman, Heiner Metzger
Hamburg 2014